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Plattform18. April 20255 Min. Lesezeit

Der Erlösrechner und Entgeltrechner für einen wirklichen Angebotsvergleich

Spot, Marktwert oder Festpreis – mit fixen oder dynamischen Entgelten: Wer Direktvermarktungsangebote vergleicht, muss Äpfel mit Birnen vergleichen. Über die Direktvermarktererlöse lassen sich alle Vergütungsformen und Entgelttypen auf eine Kennzahl bringen.

Die Produktlandschaft in der Direktvermarktung ist vielfältiger geworden, und damit ist auch der Vergleich der unterschiedlichen Angebote wesentlich komplexer geworden. Mittlerweile hat man als Betreiber die Wahl zwischen unterschiedlichen Vergütungsformen (Spot, Marktwert, Festpreis) und Dienstleistungsentgelttypen (fix, dynamisch und Mischformen) und steht vor der Herausforderung, Äpfel mit Birnen vergleichen zu müssen.

Doch es gibt eine Kennzahl, die einen wirklichen Vergleich zwischen den verschiedenen Optionen liefert – wie der Zuckergehalt beim Vergleich von Äpfeln und Birnen. Über die Direktvermarktererlöse (in der Folge nur Erlöse) lassen sich alle Vergütungsformen und Dienstleistungsentgelttypen vergleichen. Wenn Sie die Maximierung der Erlöse als Kriterium für die Auswahl des Direktvermarkters nutzen, maximieren Sie auch den finanziellen Ertrag Ihrer Anlage – egal ob diese gefördert ist oder nicht. Deshalb haben wir den Erlösrechner – das ultimative Werkzeug für den quantitativen Vergleich von Direktvermarktungsangeboten – entwickelt.

Was macht der Erlösrechner?

Der Erlösrechner nutzt die vergangenen Einspeise- und Marktdaten und berechnet zusammen mit den Angebotsparametern die fiktiven Auszahlungen des Direktvermarkters und das fiktive Dienstleistungsentgelt. Standardmäßig sind die letzten zwölf Monate der Einspeisedaten als Zeitraum für die Berechnung ausgewählt. Sie können den Zeitraum jedoch auch individuell anpassen, um beispielsweise Zeiträume mit einem irregulären Betrieb der Anlagen gezielt auszuklammern oder die Erlöse in einem anderen Marktumfeld zu berechnen.

Wenn Sie also den Zeitraum 01.01.2024 bis 31.12.2024 auswählen, berechnet der Erlösrechner die durchschnittlichen Einnahmen, die Sie mit den angebotenen Konditionen im Kalenderjahr 2024 erzielt hätten. Der Erlösrechner tut also so, als hätten Sie zum 01.01.2024 einen Vertrag zu den angebotenen Konditionen geschlossen, und sagt Ihnen dann, wie hoch Ihr durchschnittlicher Erlös am Ende des Zeitraumes, also dem 31.12.2024, gewesen wäre. In die Berechnung fließen dabei die Formel und Werte des Angebots, die Einspeisedaten, Day-Ahead-Marktpreise und energieträgerspezifischen Monatsmarktwerte ein. Dabei wird jede Viertelstunde einem Vergütungsregime zugeordnet – Regelvergütung, § 51 oder negative Preise – und mit den Konditionen des jeweiligen Angebots bewertet.

So rechnet der Erlösrechner ein Angebot durch

Einspeiseprofil des ParksMarktdaten (Spot, Marktwerte, EEX)Konditionen des Angebots

Jede Stunde wird einem von drei Zeiträumen zugeordnet

Positive Stunden (85 %)
Regelvergütung des Angebots
Negativ ohne § 51 (5 %)
Negativpreis-Regel
§ 51-Stunden (10 %)
§ 51-Regel
Σ gewichtete Bucket-Erlöse+ggf. Marktprämie+ggf. HKNEntgelt (DLE)=effektiver Erlös in €/MWh
Anteile beispielhaft. Weil jedes Angebot gegen dieselben Park- und Marktdaten gerechnet wird, werden Festpreis-, Spot- und Marktwert-Modelle mit unterschiedlichen § 51-Klauseln direkt vergleichbar.

Um die zugrunde liegenden Einspeise- und Marktdaten besser einordnen zu können, finden Sie eine Übersicht mit den wichtigsten Kennzahlen des ausgewählten Zeitraums in der Box, in der Sie auch den Zeitraum ändern können. Die fiktiven Erlöse und das fiktive Dienstleistungsentgelt finden Sie in der Angebotsübersicht rechts neben der Erlösformel. Die historischen Erlöse werden dabei auch für die Sortierung der Angebote genutzt, da nur über die Erlöse die unterschiedlichen Vergütungsformen effektiv verglichen werden können.

Auswahl des Referenzzeitraums im Erlös- und Entgeltrechner

Analyse

HistorischBenutzerdefiniert
01.01.2025 – 31.12.2025
12 MonateEigener Zeitraum
SPOT 76,76 €/MWhSPOT+ 77,54 €/MWhBASE 90,89 €/MWhMMW 74,80 €/MWhNeg. Stunden 574Erzeugung 7.536 MWhAW 78,00 €/MWh§51 6H-Regel

Unverbindliche Schätzung historischer Erlöse auf Basis von Lastgang- und Marktdaten. Abschaltungen werden nicht berücksichtigt.

Historische Erlöse berechnen
Der Referenzzeitraum lässt sich frei wählen – die Kennzahlen des Zeitraums helfen, die zugrunde liegenden Einspeise- und Marktdaten einzuordnen: Spot- und Terminmarktniveau, Marktwert, negative Stunden sowie anzulegender Wert und die für die Anlage geltende § 51-Regel (Beispielwerte).

Wie hilft der Erlös- und Entgeltrechner bei der Bewertung der Angebote?

Mit einem Beispiel wird die Wirkungsweise des Erlösrechners deutlicher. Die Übersicht zeigt drei Angebote mit Auszahlung des energieträgerspezifischen Marktwertes, aber mit unterschiedlichen Dienstleistungsentgelttypen.

Derselbe Angebotsvergleich, zwei Referenzzeiträume

Referenzzeitraum: Kalenderjahr 2024

Testvermarkter

Laufzeit bis 31.12.2027

MMW5,69 % × MMW

Erlösformel ⓘ

3,54 €/MWh

Historisches DLE

58,70 €/MWh

Historische Erlöse

Test II Vermarkter

Laufzeit bis 31.12.2026

MMW3,61 €/MWh

Erlösformel ⓘ

3,61 €/MWh

Historisches DLE

58,63 €/MWh

Historische Erlöse

Vermarkter AG

Laufzeit bis 31.12.2026

MMW− MAX (2,7 €/MWh;3,6 % × BASE + 0,9 €/MWh)

Erlösformel ⓘ

3,74 €/MWh

Historisches DLE

58,51 €/MWh

Historische Erlöse

Referenzzeitraum: Kalenderjahr 2023

Vermarkter AG

Laufzeit bis 31.12.2026

SPOT3,4 % × BASE0,9 €/MWh

Erlösformel ⓘ

4,21 €/MWh

Historisches DLE

76,23 €/MWh

Historische Erlöse

Test II Vermarkter

Laufzeit bis 31.12.2026

MMW3,61 €/MWh

Erlösformel ⓘ

3,61 €/MWh

Historisches DLE

75,35 €/MWh

Historische Erlöse

Vermarkter AG

Laufzeit bis 31.12.2026

MMW− MAX (2,7 €/MWh;3,6 % × BASE + 0,9 €/MWh)

Erlösformel ⓘ

4,40 €/MWh

Historisches DLE

74,56 €/MWh

Historische Erlöse

Testvermarkter

Laufzeit bis 31.12.2027

MMW5,69 % × MMW

Erlösformel ⓘ

4,49 €/MWh

Historisches DLE

74,47 €/MWh

Historische Erlöse

Angebotsübersicht des Erlösrechners (vereinfacht), sortiert nach historischen Erlösen. Im Kalenderjahr 2023 gewinnt das Spot-Angebot – trotz des um 0,6 €/MWh höheren Dienstleistungsentgeltes.

Nimmt man die Einspeisedaten des Kalenderjahres 2024 – mit der Einspeisung des Parks gemittelter Marktwert = 62,24 €/MWh und Base = 78,80 €/MWh – als Grundlage für die Bewertung, hätte der Betreiber 3,54 €/MWh, 3,61 €/MWh und 3,74 €/MWh als Dienstleistungsentgelt für die Direktvermarktung gezahlt. Die Angebotsübersicht zeigt, dass der Betreiber mit einem rein dynamischen Angebot am besten gefahren wäre.

Ändert man den Bewertungszeitraum beispielsweise auf das Kalenderjahr 2023, in dem der Base noch bei 97,34 €/MWh und der mit der Einspeisung des Parks gemittelte Marktwert bei 78,96 €/MWh lag, dann ändert sich die Bewertung der drei favorisierten Angebote komplett. Da sich die dynamischen Entgelte an das Preisniveau anpassen und dementsprechend teurer geworden sind, ist das fixe Dienstleistungsentgelt nun das günstigste. Das rein dynamische Entgelt ist jetzt am teuersten, da hier das höhere Preisniveau voll durchschlägt. Die größten Erlöse hätte der Betreiber jedoch mit einem Angebot in der Spotvergütung erzielt. Denn durch den positiven anlagenspezifischen Marktwert (mehr dazu hier) hätte der Park, trotz des um 0,6 €/MWh höheren Dienstleistungsentgeltes, mehr erwirtschaftet als bei den anderen Angeboten mit Auszahlung des energieträgerspezifischen Marktwertes.

Welche Limitierung gibt es?

Der Erlösrechner rechnet ausschließlich mit der tatsächlich gemessenen Einspeisung und berücksichtigt nicht die Vergütung der Ausfallarbeit bei Abschaltungen. Effekte wie häufige Redispatch-Abschaltungen werden ignoriert und müssen separat betrachtet werden.

Mit dem Erlösrechner nutzen wir die Werte der Vergangenheit als Näherung der zukünftigen Auszahlungen der Direktvermarkter. Dementsprechend enthält der Erlösrechner keinerlei Annahmen über zukünftige Entwicklungen, wie den weiteren Ausbau der Erneuerbaren, Entwicklungen an den Energiemärkten oder geopolitische Entwicklungen.

Wird die Marktprämie im Erlösrechner berücksichtigt?

Ja – die berechneten Erlöse beinhalten mittlerweile auch die Marktprämie, wenn Ihre Anlagen noch gefördert werden. Der Erlösrechner ordnet dafür jede Viertelstunde des Referenzzeitraums einem Vergütungsregime zu: In Zeiten mit Regelvergütung fließt die Marktprämie in die Erlöse ein, in § 51-Zeiten entfällt sie, und Zeiten mit negativen Preisen werden mit der Negativpreis-Klausel des jeweiligen Angebots bewertet – angebotsscharf, denn genau in diesen Klauseln unterscheiden sich die Angebote am stärksten. Der Erlösrechner zeigt so für jedes Angebot den effektiven Erlös inklusive Marktprämie und kann unabhängig vom Förderstatus für die Maximierung Ihrer Direktvermarktungserlöse bzw. die Reduzierung Ihrer Direktvermarktungskosten genutzt werden.

Die Erlösaufteilung eines Angebots im Detail

Erlösaufteilung

01.01.2025 – 31.12.2025

SPOT3,2 €/MWh

DLE: 2,90 €/MWh

Posten

ø €/MWh

Erzeugung

Beitrag €/MWh

Regulär

82,46 ×

90,5 % =

74,64

§51

0,00 ×

7,7 % =

0,00

Neg. Preise

0,00 ×

1,8 % =

0,00

Marktprämie

7,92 ×

92,3 % =

7,31

Sonst. Kosten

je MWh =

−0,19

Historischer Erlös

81,77 €/MWh

Unverbindliche Schätzung historischer Erlöse auf Basis von Lastgang- und Marktdaten. Abschaltungen werden nicht berücksichtigt.

Erlösaufteilung für ein Spot-Angebot (SPOT − 3,2 €/MWh): Jede Viertelstunde wird einem Vergütungsregime zugeordnet und mit den Klauseln genau dieses Angebots bewertet – hier werden § 51- und Negativpreis-Zeiten mit 0 €/MWh vergütet. Die Marktprämie fließt anteilig ein und entfällt in den § 51-Zeiten.

In der Praxis auf PPA-CONNECT

Wenn Sie Fragen zum Erlös- und Entgeltrechner haben oder Unterstützung bei der Einordnung der Ergebnisse brauchen, melden Sie sich jederzeit bei uns.

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